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DIE WELT SPRICHT DEUTSCH

17.06.2014 um 16:06 Uhr von Sabine Schmidl

Ob "kindergarten", "gemütlichkeit" oder "bratwursti" - die Welt spricht Deutsch. Schluss mit Sätzen wie „die deutsche Sprache stirbt aus“ oder „für alles verwenden wir englische Wörter“. Denn nicht nur auf Mallorca oder in von Tourismus geprägten Landstrichen hört man gewohnte Wörter. Nein. Auch in fernen Ländern fällt hier und da ein Wörtchen Deutsch. Wir haben sie gefunden, die wohl besten deutschen Begriffe in anderen Sprachen…

Der Kaffeeklatsch über die Bundesliga

Was macht die kanadische Dame, wenn sie zum „kaffeklatsching“ geht? Genau, sie trifft sich mit Gleichgesinnten und diskutiert die neuesten Ereignisse aus der Nachbarschaft. Zum Beispiel wird mit der dänischen Freundin über das „bundeslinga-har“ des Mannes am Nachbartisch gesprochen. Dieses ist vorne sehr kurz, aber hinten sehr lang ist. Vokuhila, nennt sich diese Frisur in Deutschland. Weshalb die dänische Frau es als „bundesliga-har“ bezeichnet? Na, da hinterließ wohl so mancher deutscher Fußballspieler in den 80er Jahren einen bleibenden Eindruck bei ihr.

Reisen auf Deutsch

DIE WELT SPRICHT DEUTSCH

Der Deutsche als Reiseweltmeister hat auch die Art seiner Urlaubsbuchung in die Welt hinaus getragen. So wird seit Jahren schon in Estland über das „Reisibüroo“ gebucht. Aber sicherlich wird auch hier nicht auf eine Auslandsreisekrankenversicherung oder Reiserücktrittsversicherung verzichtet. Ist die Buchung erstmal abgeschlossen, dann packt der Bulgare seinen „Kufar“. Der Engländer hingegen bevorzugt lieber kleineres Gepäck, schließlich möchte er nicht „schlepp not too much around“. Im nächsten Bahnhof oder in Kamerun am „banop“ angelangt, muss erst einmal eine Reise-Pause eingelegt werden. Diese Wartezeit kann gerne mit ausgewählter deutscher Blasmusik, in Australien auch als „oom pah pah“ bekannt, überbrückt werden. Ebenso wird sich in der Zwischenzeit jeder Russe darüber freuen, dass er sein typisch deutsches Reiseproviant, das „buterbrod“ eingepackt hat. Je nach Geschmack ist dieses, zum Beispiel in Brasilien, natürlich auch mit „Erdbeer-Schmier“ erhältlich.

Vom Gulaschbaron mit Anzugspflicht

Ganz und gar nicht um das Thema „Essen“ geht es, wenn in Schweden vom „Gulaschbaron“ gesprochen wird. Denn leider ist dies keine Anspielung auf unsere begnadeten Kochkünste. Nein, im Gegenteil. Der Begriff bezeichnet neureiche Geschäftsleute, die mit zwielichtigen Geschäften zu ihrem Geld gekommen sind.

Auch beim Wort „Anzugspflicht“ werden die meisten Geschäftsreisenden in Bulgarien wohl schief angesehen. Wer diesem Aufruf folgt und mit feinem Anzug vor dem Bürogebäude steht, der hat wohl in der Kleiderwahl etwas danebengegriffen. Dieser vermeintlich deutsche Begriff bezeichnet nämlich nicht etwa einen Smoking, sondern schlicht und einfach einen Trainingsanzug. Da wäre mal lieber ein finnischer „besservisseri“ in der Nähe gewesen! Der hätte Dir sicherlich weiterhelfen können, schließlich weiß er doch über alles besser Bescheid.

Besserwisser, das gilt wohl auch für englische und russische Hundebesitzer. Denn anstatt wie Engländer in „Katzenjammer“, eine verzweifelte, depressive Stimmung, zu fallen, weil der Hund wieder einmal nicht hört, versuchen diese es lieber mit deutschen Befehlen. Kommandos wie „Hier! Sitz! Platz! Aus! Hopp! Such! oder Pfui!“ werden Piffi oder Bello zugerufen und scheinen besser zu funktionieren. Sollte dies aber doch nicht zum gewünschten Erfolg führen, schiebt man es auf den Charakter des Hundes, der zu „wischi-waschi“ war.