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BAHNVERSPÄTUNG – SO BEKOMMST DU DEIN GELD ZURÜCK

05.09.2014 um 11:09 Uhr von Sabine Schmidl

Die Bahn hat mal wieder Verspätung. Tausend Bahnpendler sind schon daran gewöhnt. Mit einem Augenrollen und genervten Seufzen wird die Verspätung hingenommen… wieder einmal. Dagegen machen kann man sowieso nichts. Aber stimmt das? Oder haben Bahnreisende bestimmte Rechte, von denen sie bei Verspätung Gebrauch machen können?

Gute Zeiten für Bahnreisende

Bis vor einigen Jahren hatten Bahnreisende nur wenig Glück. Verspätungen standen beinahe an der Tagesordnung. Oftmals kam man aufgrund der Zugverspätung nicht rechtzeitig am Flughafen an. Verpasste den Flug und musste den Urlaub umbuchen. Im Glücksfall sprang die Reiserücktrittsversicherung ein und erstattete die Umbuchungsgebühren.

Doch eine Entschädigung auf Seiten der Bahn, im Sinne der Rückerstattung des Ticketpreises, kannte man kaum. Man sah diese nur, wenn die Bahn selbst für die Verspätung verantwortlich war. Wenn sie aufgrund technischer Störungen oder Mängel nicht pünktlich abfahren konnte. Aber bei häufigen Verspätungsfällen, wie Unwetter oder Streiks, blieben Fahrgäste sowohl am Bahnsteig als auch auf ihren Fahrtkosten sitzen.

Nun hat sich das Blatt des Bahn-Freundes gewendet. Jetzt haben Reisende das Recht pünktlich und im zeitlichen Rahmen von A nach B gebracht zu werden. Wer Verspätung hat, der darf die Bahn zur Kasse beten. Denn bereits ab einer Stunde Verspätung können sich Reisende einen Teil der Kosten zurückerstatten lassen. Die neue Regelung sieht wie folgt aus:

  • Verspätung von mindestens 60 Minuten: Erstattung von 25 Prozent des Fahrpreises
  • Verspätung ab 120 Minuten: Erstattung von 50 Prozent des Fahrpreises
  • ICE-Sprinter bereits ab Verspätung von 30 Minuten: Erstattung des Aufpreises

Dieses Recht auf Erstattung tritt auch dann ein, wenn die Verspätung aufgrund von höherer Gewalt verursacht wurde. Dazu zählen neben Naturkatastrophen wie Unwetter und Erdrutsche auch Streiks.

Das Recht auf eine angenehme Bahnreise

Ähnlich wie bei einer Flugreise hat auch der Bahnreisende einen Anspruch auf gewisse Annehmlichkeiten. Sobald also die Wartezeit mehr als eine Stunde beträgt, müssen dem Fahrgast kostenlos Getränke zur Verfügung gestellt werden. Verzögert sich die Fahrt weiter und ist diese im schlimmsten Falle nicht mehr am selben Tag fortsetzbar, so muss dem Fahrgast eine Übernachtungsgelegenheit, also ein Hotel, gestellt werden. Sollte die Zugfahrt komplett ausfallen, so muss die Bahn für einen Ersatztransport sorgen.

Sollten die Umstände es mit sich bringen, dass Du tatsächlich den letzten Anschlusszug verpasst, hast Du das Recht mit Taxi oder Bus zum Zielort zu fahren. Sichere Dich dabei bitte am „DB Information“-Schalter ab. Doch im Normalfall werden die Kosten für eine Weiterfahrt mit Bus oder Taxi bis zu einem Betrag von 80 Euro erstattet. So kommst Du auch nach 0 Uhr ans gewünschte Ziel.

Ausdrücklich erwünscht: Informieren und umbuchen

Ebenso ist es wichtig zu wissen, dass die Bahn nicht für Folgeschäden haftet. Das bedeutet, falls Du aufgrund der verspäteten Bahnfahrt nicht rechtzeitig am Flughafen ankommst und somit deinen Flug verpasst, haftet die Bahn nicht dafür. Du musst Dich also stets vor Fahrtantritt über eventuelle Verspätungen informieren. Im Fall der Fälle kann die Fahrt umgebucht und früher angetreten werden.

Ist schon vor Abfahrt bekannt, dass Dein Zug über 60 Minuten Verspätung hat, so hast Du das Recht ganz auf die Fahrt zu verzichten. In diesem Fall bekommst Du den kompletten Ticketpreis zurück. Zwar muss Dein Urlaub dann auch ausfallen, aber Eine Reiserücktrittsversicherung hilft Dir bestimmt weiter und übernimmt einen Anteil der Weiterreise-Kosten.

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