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WAS MAN ÜBER DIE AUSLANDSREISEKRANKENVERSICHERUNG WISSEN SOLLTE

06.03.2014 um 17:03 Uhr von Sabine Schmidl

Ein zusätzlicher Schutz für den Urlaub? Brauche ich nicht. Versichert bin ich doch auch im Ausland mit der europäischen Krankenversicherungskarte. Die befindet sich schließlich auf der Rückseite der regulären, deutschen Versicherungskarte. Doch Vorsicht. Damit ist man in den meisten europäischen Staaten nur grundmäßig abgesichert. Und auch dies muss nicht überall der Fall sein. Denn wie immer geht der Schutz mit vielen Einschränkungen einher.

Hohe Rechnungen können drohen

Zum einen wird meist nur erstattet, was den im jeweiligen Land lebenden Bürgern zusteht. Das ist oftmals sehr viel weniger als der Deutsche gewohnt ist. Dabei fallen kostenintensive Dinge, wie der Not-Transport per Helikopter ins nächste Krankenhaus oder Medikamente, weg. Vor allem der Krankenrücktransport vom Ausland nach Deutschland wird in keinem Fall übernommen. Obwohl gerade dieser mit immensen Kosten die Existenz des Erkrankten bedroht. Die drohende Rechnung von bis zu 10.000 Euro, sollte demnach nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Je näher man dem Rande Europas kommt, desto wichtiger erscheint eine Auslandsreisekrankenversicherung. Schließlich kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass kaum eine gesetzliche oder private Krankenkasse, Kosten für einen außereuropäischen Arztbesuch trägt. Ausgenommen sind hierbei Länder, mit welchen Deutschland ein spezielles Abkommen geschlossen hat. Die Türkei und Tunesien zählen zu diesen. Doch auch hier muss sich der deutsche Urlauber mit ungewohnten Standards begnügen.

Für wen ist eine Auslandsreisekrankenversicherung sinnvoll?

Generell ist diese für jeden sinnvoll, der auf Reisen geht. Gerade weil sich die Kosten für diesen Schutz auf einem sehr niedrigen Niveau befinden, stellt sie keine zusätzliche Belastung dar. Im Fall der Fälle ist man Dankbar, dass man nur den niedrigen Versicherungsbeitrag zahlen muss anstatt auf der teuren Krankenhausrechnung aus Mallorca sitzen zu bleiben. Vor Reisebeginn solltest Du Dich unbedingt bei der Versicherungsgesellschaft erkundigen, ob auch ein Krankenrücktransport erstattet werden würde. Die meisten erstatten diesen, aber nicht alle.

WAS MAN ÜBER DIE AUSLANDSREISEKRANKENVERSICHERUNG WISSEN SOLLTE

Was wird erstattet?

Das ist die wichtigste Frage, die jeder Versicherte gerne beantwortet haben möchte. Es gibt hierfür drei Wege, um zu finden was man sucht. Zum einen kannst Du das Kleingedruckte der Versicherungsbedingungen nach diesen Details durchsuchen. Aber das ist sehr aufwendig. Zum anderen kann man sich auch durch Telefonate mit den Mitarbeitern kämpfen. Oder man wählt den einfachsten Weg und liest die hier folgende Aufzählung. Diese greift die wichtigsten Leistungen auf, welche im Normalfall erstattet werden. Allerdings ist zu beachten, dass sich Leistungen sowie Bedingungen von Anbieter zu Anbieter unterscheiden können.

Das ist meistens inklusive:

  • Ambulante und stationäre Behandlungen im Notfall (einschließlich Röntgen und Operationen)
  • Verordnete Medikamente, Verbands- und Heilmittel
  • Schmerzstillende Zahnbehandlungen
  • Einfache Zahnfüllungen oder Reparatur von Zahnersatz
  • Transport zum nächsten Krankenhaus oder Notarzt
  • Krankenhausaufenthalt d.h. ärztliche Leistungen, Sachmittel, Unterbringung und Verpflegung
  • Rücktransport nach Hause ( Nicht bei jeder Reisekrankenversicherung inklusive)

Der Notfall und die Nachweispflicht

Das Ziel dieser Reiseversicherung ist es, im Notfall einzuspringen. Deshalb werden häufig Nachweise vom behandelnden Arzt verlangt, die die Notwendigkeit der Behandlung beweisen. Wäre der Aufenthalt im Krankenhaus nicht nötig gewesen bzw. kann der Versicherte keine entsprechenden Nachweise erbringen, so darf die Versicherung die Kostenübernahme verweigern. So lautete vor kurzem ein Urteil des Amtsgerichts in München. Im Vorhinein bekannte Erkrankungen, wie Diabetes, oder vorher geplante Behandlungen, wie Psychotherapien, Kuren oder Entzugsbehandlungen, werden nicht übernommen. Die Nachweispflicht ist also ernst zu nehmen. Im Krankheitsfall genügen die Arztbelege nicht, sondern es muss ein Beweis vorgelegt werden, dass eine medizinische Notwendigkeit für die Behandlung bestand. Hört sich schlimmer an als es ist. Lieber ein wenig Aufwand beim Zusammentragen aller erforderlicher Unterlagen als eine hohe Rechnung, die unter Umständen existenzbedrohend sein kann.

Wenn der Notfall eintritt und ein Rücktransport nötig ist, bist Du mit dem richtigen Schutz auf der sicheren Seite. Zusätzliche Kosten bleiben Dir erspart. Das bereits ausgegebene Geld für den Urlaub bekommst Du allerdings nicht zurück. Dafür wäre eine andere Reiseversicherung, wie beispielsweise die Reiseabbruchversicherung oder Reiserücktrittsversicherung nötig. Die Reiseabbruchversicherung erstattet Dir einen Teil der Urlaubskosten, wenn dieser aus schwerwiegenden Gründen abgebrochen werden muss. Die Reiserücktrittsversicherung springt dem hingegen ein, wenn der Urlaub gar nicht erst angetreten werden kann.

Mehr Gründe für eine Reisekrankenversicherung, gibt es hier.