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SCHNÜFFEL-APPS IN DER HOSENTASCHE

09.05.2014 um 14:05 Uhr von Sabine Schmidl

Apps gelten allgemein als sehr nützlich. Meist sind sie auch noch kostenlos. Und mal ehrlich, was sollen schon bei einem Programm, das mich zur nächsten Tankstelle lotst, für wichtige Daten abgegriffen werden?

Null Ahnung, Null Sorgen

Anscheinend sind viele Smartphone Nutzer sind der gleichen Meinung. Immerhin hat jeder im Durchschnitt 40 Apps auf seinem Handy installiert. Eine höhere Anzahl als die meisten erwartet haben. Sorgen, dass wichtige Daten geklaut werden, machte sich bislang niemand. Doch seit geraumer Zeit dringen immer mehr Nachrichten über Datenklau ans Tageslicht. Diese Enthüllungen beunruhigen die Smartphone Community nun zunehmend. Höchste Zeit also seine Apps zu überprüfen. Wer von ihnen ist der Schnüffler in Deiner Hosentaschen?

SCHNÜFFEL-APPS IN DER HOSENTASCHE

James Bond lässt grüßen

Es ist wie im Film. Zunehmend stellen immer mehr Experten fest, dass viele unsrer beliebten Apps ein hohes Risiko darstellen. Erst kürzlich bewies sich eine auf dem ersten Blick nützliche Anwendung im Nachhinein als Spion. Carrier IQ. Es klingt tatsächlich wie das Drehbuch für einen Spionagefilm. Ist aber Realität. Es handelt sich hierbei um eine Software, die auf vielen in den USA verkauften Smartphones zu finden ist. Tag und Nacht zeichnet sie alle Aktivitäten des Nutzers auf und sendet diese schließlich an ihren „Auftragsgeber“. Natürlich ohne Einwilligung des Nutzers. Wie in einem James Bond Film belauscht sie Smartphone Nutzer und deren Umgebung. Selbstständig aktiviert sie das Mikrofon des Gerätes und zeichnet die Gespräche auf. Ebenso ist es kein Problem für sie auf Daten, gespeicherte Bilder sowie SMS zuzugreifen und sogar zu verschicken.

Obwohl diese und andere gefährlichen Apps nach ihrer Enttarnung schnell aus den Stores gelöscht und ihre Anbieter gesperrt wurden, ist die Gefahr nicht gebannt. Da Daten-Schnüffler auch nicht auf der faulen Haut liegen, tauchen diese Spionage Apps immer wieder unter neuem Namen und modifizierten Varianten auf. Doch jetzt gehen Daten- und Verbraucherschützer dagegen auf die Barrikaden.

Widerstand gegen Datenklau

Nun regt sich Widerstand. Neben dem Bundesverband der Verbraucherzentralen und dem TÜV Rheinland wurden auch durch Stiftung Warentest ca. 500 der populärsten Apps getestet. Das erschreckende Ergebnis: etwa 40 Prozent aller Apps lesen die Daten Deines mobilen Elektronikgeräts aus. Natürlich ohne Dein Wissen. Neben herkömmlichen, meist kostenlosen Apps, stehen große Namen wie Facebook, Google oder Apple auf der „roten Datenschutz-Liste“.

Vor allem Facebook wird hierbei gerne zum Feind erklärt. Bereits 2010 bekam das populäre Social Network eine Abmahnung in Sachen Datenschutz. 2012 folgte die Nächste. Diesmal rückten die Spiele-Apps, die bereits bei einmaligen Anklicken die Daten der Nutzer weitergeben, in den Fokus. Nun, seit Facebook den Chatdienst WhatsApp übernommen hat, wird auch dieser als „sehr kritisch“ eingestuft. Der Chat könne mitgelesen werden. Auch die Adressbucheinträge werden automatisch an die Firma übertragen und zwar ohne dass der Nutzer zugestimmt hat. Ein rotes Tuch für Datenschützer.

Hilfe naht

Doch Hilfe naht. Verbraucherschützer haben nun gegen diese Schnüffel-Apps Klage eingereicht. Sie ziehen vor Gericht. Eine Vielzahl von Verfahren gegen Google, Facebook und Apple sowie deren App-Stores sollen die Privatsphäre der Nutzer retten. Auf das endgültige Ergebnis müssen wir allerdings noch eine Zeit lang warten. Doch wir sind gespannt.

Bis es zum Urteil kommt und Deine Daten vielleicht vollständig vor Facebook, Google & Co. geschützt werden, kannst Du zwischenzeitlich für einen ausreichenden Schutz Deines Smartphones vor Sturz-, Bruch- und Flüssigkeitsschäden sorgen. Die passende Handyversicherung dazu gibt es hier.