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HANDYVERSICHERUNG UND ALKOHOL

18.11.2013 um 17:11 Uhr von Andreas Steffens

In Stammtischgesprächen und auf den bekannten Frageportalen kommt es im Zusammenhang mit der Handyversicherung immer wieder zur Frage, ob Schäden, die unter Alkoholeinfluss geschehen denn auch von der Versicherung abgedeckt sind.

HANDYVERSICHERUNG UND ALKOHOL

Alkoholkonsum = Grobe Fahrlässigkeit ?

Hier kommt oft der Begriff der groben Fahrlässigkeit ins Spiel, die nicht versichert sein soll. Grobe Fahrlässigkeit hatte ich ja bereits in diesem Artikel erläutert: Was bedeutet eigentlich grobe Fahrlässigkeit?. Grundsätzlich ist es so, dass grobe Fahrlässigkeit heute nicht mehr einfach aus Versicherungsverträgen ausgeschlossen werden kann. Im Jahr 2008 wurde das Versicherungsvertragsrecht (VVG) reformiert, sodass in vielen Versicherungen bei grober Fahrlässigkeit trotzdem geleistet werden muss, der Versicherer aber nur anteilig kürzen darf.

Die Frage ist aber, ob der Genuss von Alkohol automatisch bedeutet, dass jemand grob fahrlässig handelt. Grob fahrlässig bedeutet ja, dass man mit gesundem Menschenverstand hätte wissen müssen, dass ein Schaden passiert. Ein Beispiel ist, wenn ich mit der Displayseite meinem iPhones versuche einen Nagel in die Wand zu schlagen. Gehe ich mit gesundem Menschenverstand an die Sache heran, ist mir klar, dass mein Display dann zu Bruch geht. Also ist das grob fahrlässig.

Es geht um Schuld- und Deliktfähigkeit

Nun geht es beim Schaden ja auch um das Thema Schuld- oder Deliktfähigkeit. Das bedeutet, wollte ich überhaupt einen Schaden herbeiführen. Wenn ich nun Alkohol trinke und mein Smartphone fällt runter, weil meine Reaktion durch den Alkohol verlangsamt wird und ich es nicht rechtzeitig auffangen kann, dann wollte ich bestimmt nicht, dass mein Smartphone jetzt einen Bruchschaden hat. Das wäre also fahrlässig, also versehentlich, und versichert.

Bin ich nun so betrunken und durstig, dass ich im Suff entscheide eine Bierflasche mit dem iPhone aufzumachen, was mit normalem Menschenverstand ja grob fahrlässig wäre, könnte es sein, dass aufgrund der Alkoholisierung hier keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Ich bin zwar betrunken, aber will bestimmt nicht, dass mein iPhone Schaden nimmt. Doch mein Urteilsvermögen ist durch den Alkoholpegel geschwächt, sodass ich eben nicht mehr mit „gesundem Menschenverstand“ handle.

Wer nun denkt: „Prima, dann kann ich mir ja einen antrinken und lauter dumme Dinge tun“, der liegt allerdings falsch. Wenn ich mich zuerst dafür entscheide etwas Dummes zu tun und mir dann dafür Mut antrinke es auch zu tun, der handelt vorsätzlich, also bewusst und gewollt und somit absichtlich. Und das ist in der Handyversicherung nicht versichert.

Bei OnlineVersicherung.de ist auf jeden Fall die Fahrlässigkeit versichert, also auch Eigenschäden und Schäden, die versehentlich passieren, wenn man etwas getrunken hat. Und das bereits ab 1,99 Euro pro Monat.