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GOOGLE & DAS RECHT VERGESSEN ZU WERDEN

15.05.2014 um 16:05 Uhr von Sabine Schmidl

Das Internet vergisst nichts. Jeder kennt diesen Spruch. Haben doch Eltern, Lehrer und auch Freunde so oft schon darauf hingewiesen. Doch manch einer wollte es nicht glauben. Hat sich keine Gedanken darüber gemacht. Peinliche Fotos, skandalöse Videos oder heikle Inhalte, die auf Deine dunkle Vergangenheit hinweisen, wurden wider aller Warnungen ins Netz gestellt. Unangenehm, wenn das Jahre später von der falschen Person gefunden wird. Doch nun ist Schluss. Nun bekommst Du das Recht vergessen zu werden. Dafür hat Google zu sorgen…

Persönlichkeits- und Datenrecht auch im Internet

Peinliche Inhalte gehören bald zur Vergangenheit, denn der Europäische Gerichtshof sprach Dir das „Recht auf vergessen werden“ zu. Das Internet, das gerne als rechtsfreier Raum deklariert wird, wird nun in seine Schranken verwiesen. Persönlichkeits- und Datenrecht gelten dem Gericht zufolge auch im Netz. Deutsche Zeitungen begrüßen dieses Urteil. Englische Zeitungen finden es wiederum schlecht. Es sei ein Einschnitt in die Meinungsfreiheit. Ebenso sei es selektiv. Nutzern würde der Zugang zu öffentlich verfügbaren Informationen vorenthalten.

GOOGLE & DAS RECHT VERGESSEN ZU WERDEN

Wie gut oder schlecht es für Deine Ohren auch klingt, Google ist zukünftig dazu verpflichtet gewisse Links zu löschen. Doch betrifft das nur die Suchmaschinenbetreiber. Inhalte, die auf Facebook oder Twitter hinterlegt sind, bleiben. Da hilft es auch nicht das Tablet zu schütteln oder zu Boden fallen zu lassen. Die Facebook-Daten bleiben erhalten. Nur Dein Tablet geht dabei kaputt. Doch mit Tablet-Versicherung bist Du ja auch darauf bestens vorbereitet.

Bedingungen für erfolgreiche Löschung

Die jeweiligen Suchmaschinen-Links müssen allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen gelöscht werden. Eine dieser ist beispielsweise, dass die Verlinkung auf einen heiklen Inhalt verweist. Ebenso bewirkt das Urteil nicht, dass alle Inhalte automatisch gelöscht werden. Sie bleiben auf der jeweiligen Website bestehen. Der heikle Inhalt wird lediglich nicht mehr durch die Suchmaschinen indexiert.

Sei es ein Eintrag, den man selbst verschuldet hat, eine Jugendsünde mit dem dazugehörigen Zeitungsartikel oder die Versteigerung des eigenen Hauses, es soll verschwinden. Doch bevor Du die dunklen Flecken Deiner Vergangenheit loswirst, musst Du den besagten Antrag auf Löschung bei Google stellen. Wie das am besten funktioniert, haben wir Dir hier zusammengestellt.

So kannst Du bei Google Informationen über Dich löschen lassen:

1. Laut Urteil können sich Interessierte direkt an Google wenden und einen Antrag auf Löschung der heiklen Daten stellen. In welcher Form dies erfolgen muss bzw. unter welcher Adresse oder Link dies zu beantragen ist, ist bislang noch unklar.

2. Ebenso empfiehlt das Gericht, sich an die jeweilige Firmenniederlassung im eigenen Land zu wenden. Allerdings muss man sich auch dabei darauf einstellen, dass die Bearbeitung des Antrages einige Zeit dauern werde. Schließlich wird eine Flut solcher Löschanträge erwartet.

3. Eine plausible Begründung, warum der Link gelöscht werden soll, ist unbedingt erforderlich. Denn letztendlich geht niemand davon aus, dass Google Links löscht, nur weil auf das Gerichtsurteil verwiesen wird. Tipps, wie eine solche Begründung auszusehen hat, findet ihr unter folgendem Link.

4. Des Weiteren sollte Dir unbedingt bewusst sein, dass Google nur den Link löscht. Die unliebsamen Informationen bleiben weiter erhalten. Nur über die Google-Suche wird dieser Beitrag nicht mehr angezeigt. Ein direkter Link zur jeweiligen Seite kann den Suchenden jedoch weiterhin zu den entsprechenden Inhalten führen.

In allen Fällen sollte man vorher darüber nachdenken, was für die Öffentlichkeit bestimmt ist und was nicht. Am besten keine heiklen oder unliebsamen Inhalte ins Netz stellen, dann bleibt die Arbeit, einen Löschungs-Antrag zu stellen, erspart.