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DAS E-BIKE EROBERT DIE STRASSE

14.03.2014 um 14:03 Uhr von Sabine Schmidl

Es wird verpönt als Senioren-Fahrrad. Verschmäht von sportbegeisterten Radfreunden. Man rümpft die Nase, wenn jemand mit diesem Gefährt vorbeiradelt: das E-Bike oder Pedelec. Doch ist es wirklich so unsportlich und unbeliebt, wie man denkt? Oder schmuggelt sich das elektronische Fahrrad heimlich, aber mit rasanter Geschwindigkeit in unsere Gesellschaft?

Nicht nur Oma fährt Pedelec

Tatsächlich steigt dessen Beliebtheit rasant an. So rasant, wie die Geschwindigkeit, die man mit ihm erreicht. Schließlich wurden bereits im Jahr 2012 insgesamt 380.000 E-Bikes in Deutschland verkauft. Nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) sind nicht nur Oma und Opa für diesen Zuwachs verantwortlich. Im Gegenteil. Ein elektronisches Fahrrad ist mittlerweile bei allen Altersstufen zu finden. Gerade viele Berufstätige sind mit Pedelecs unterwegs. Sogar die niederländische Polizei folgt dem Trend und gönnt ihren Polizisten dank E-Bike eine Trett-Pause.

Was ist ein Pedelec oder E-Bike?

Lange Rede, kurzer Sinn. Was unterscheidet das E-Bike eigentlich vom Fahrrad? Das Zauberwort heißt Motor. Denn im Großen und Ganzen handelt es sich um ein herkömmliches Fahrrad, das mit einem Hilfsmotor versehen ist. Oma bekommt also Unterstützung beim Treten. Kann in Zukunft mit zu Radausflügen. Denn wenn ihr die Kraft ausgeht, springt das E-Bike ein. Oder? Ganz so einfach ist das leider nicht. Zwar handelt es sich in der Tat um ein Fahrrad mit Motor, doch gibt es auch hier Unterschiede. Ein motorisiertes Fahrrad ist nicht gleich ein E-Bike. Denn je nach Leistung wird zwischen E-Bike und Pedelec unterschieden.

DAS E-BIKE EROBERT DIE STRASSE

Das E-Bike

Bei diesem Modell ist das Treten hinfällig. Es kann komplett ohne Nutzung der Pedale gefahren werden. Das richtige also für den bequemen Onkle Otto. Ebenso wird es ihn an seine Mofa-Zeit erinnern. Denn wie schon bei diesem Gefährt, lässt sich der Elektromotor über einen Gasgriff am Lenker bedienen und dort beschleunigen. Der Fahrer muss also nichts mehr tun außer das Gleichgewicht zu halten.

Das Pedelec

„Pedal Electric Cycle“ – lautet der vollständige Name des Rades. Dabei handelt es tatsächlich um eine Stufe zwischen herkömmlichen Fahrrad und motorisiertem Drahtesel. Perfekt geeignet für Mensch, die gelegentlich etwas Hilfe brauchen. Aber ansonsten fit genug für eine Radtour sind. Dieses Fahrrad kann sowohl durch Muskelkraft als auch durch einen unterstützenden Elektromotor betrieben werden. Allerdings haben Faulpelze hier schlechte Karten. Denn es ist nicht möglich, sich auf dem Pedelec fortzubewegen ohne zu treten. Die Tretbewegungen des Radlers werden durch den Motor ausschließlich unterstützt. Hört der Fahrer auf zu treten, stoppt auch der Motor. Man bekommt nur eine kleine Hilfestellung.

Vorteile:

  • Man kann im Anzug in die Arbeit fahren ohne dabei ins Schwitzen zu kommen.
  • Auch Oma kann bei Ausflügen mithalten.
  • Spart Geld und Schont die Umwelt.
  • Umständliche Anmeldungen, die teils beim E-Bike nötig sind, fallen hier weg.

Das sind doch keine Fahrräder mehr?!

Doch, denn rechtlich gelten Pedelecs noch als Fahrräder, wenn sie nicht mehr als 250 Watt Leistung bringen. Ebenso dürfen sie nicht schneller als 25 Stundenkilometer fahren. Anders sieht es mit E-Bikes aus. Der Name ist hier irreführend. Diese gelten nämlich rechtlich nicht mehr als Fahrräder. Der Grund dafür liegt in der Geschwindigkeit. Denn bereits ohne Eigenleistung erreichen diese schnell eine Geschwindigkeit von über 20 km/h.

Wie viel kostet mich das?

Die Preisspanne reicht von wenigen hundert Euro bis hin zu 50.000 Euro. Auch hier hängt der Preis von Qualität, Gewicht, Größe, Leistung und Ausstattung ab. Ab ca. 1.700€ sind E-Bikes mit hochwertiger Ausstattung und einer Geschwindigkeitsleistung von ca. 25 km/h erhältlich. Wer mit Motor schneller unterwegs sein möchte, der muss bereits bis zu 3.500 € zahlen um 45km/h zu erreichen. Allerdings ist bei dieser Geschwindigkeit eine Fahrerlaubnis der Klasse M für das E-Bike nötig. Zudem muss das elektronische Fahrrad in diesem Fall ein Versicherungskennzeichen tragen. Von billigen E-Bikes vom Discounter ist laut Ratgebern abzuraten. Diese weisen meist ein Sicherheitsrisiko auf. Denn dabei ist weder ein jährlicher Service noch eine gute Kaufberatung im Preis mit inbegriffen.

Ob ein Pedelec oder E-Bike für Dich sinnvoll ist oder Du doch lieber zum altbewährten Drahtesel greifst, musst Du selbst wissen. Aber egal worauf Deine Wahl fällt, in jedem Fall ist eine Fahrradversicherung zu empfehlen. Denn je teurer das Gefährt war, desto höher fallen die Kosten für anfallende Reparaturen aus. Eine Fahrradversicherung schützt jedoch davor und übernimmt diese.